Definition
[ zurück ]
[ Stichworte ]
[ Literatur ]
[ Die Hyper-Bibliothek ]
[ Systemtheorie ]
Als Definitionen bezeichne ich Beschreibungen, die einen - inhaltlich gebundenen - Oberbegriff und ein Kriterium einführen, um Gegenstände durch (Unter)-Begriffe zu klassifizieren (Genus proximum et differentia specifica).
Selbstbezügliches Beispiel:
Definitionen sind Beschreibungen (= Oberbegriff), die einen Oberbegriff und ein Kriterium einführen (= Kriterium).
|
Differenztheoretisch bezeichne ich eine Definitionen durch die "Differance" zwischen
einer Vereinbarung und einer Definition. Auf der Seite der Vereinbarung verwende ich die Definition als Umschreibung für einen Begriff, das heisst, ich vereinbare den Ausdruck, den ich als Er-Satz für eine Definition verwende. Sinn der Definition ist aber nicht die Vereinbarung eines Ausdruckes oder die Erläuterung dessen Verwendung, sondern die Klassifizierung von Gegenständen. Die Verwendung von Wörtern kann ich auch jenseits von Definitionen vereinbaren.
|
|
Unterscheidung: Definition versus Vereinbarung
re-entry: Definition in der Vereinbarung
|
Beispiel:
Ich klassifiziere verschiedene Werkzeuge. Einige nenne ich Maschinen, andere Automaten, weil sie bestimmte Kriterien erfüllen, die ich in meiner Definition als Bestimmung und Abgrenzung verwende. Danach kann ich umgekehrt sagen, dass eine Maschine ein Werkzeug ist, das bestimmte Bedingungen erfüllt. Ich definiere, um Gegenstände zu klassifizieren, und verwende nachher die Definition, um die vereinbarte Klassenbezeichnung (etwa "Maschine") zu erläutern.
Hinweise:
- Hier gilt per Definiton (die im Lexikon durchgehalten wird, aber anderswo selten verwendet wird): Ausdrücke, die als Er-Satz für Definitionen stehen, heissen Begriffe.
- Definitionsversuche, die Metaphern nicht ausschliessen, scheitern zwangsläufig. Umgekehrt müssen aber die Metaphern als solche durch die Definition nachvollziehbar werden". (Zur Methode des Definierens siehe Todesco:133ff.)
- Das Definitions-Verfahren ist verallgemeinerbar. Eine weiter gefasste Definition schliesst auch formale Definitionen mit ein.
- Umgangsprachlich wird "Definition" häufig synonym zu Vereinbarung verwendet, das heisst, dass die Differance, wonach Gegenstände definiert und Begriffe vereinbart werden, aufgehoben wird.
- Umgangsprachlich werden auch funktionale Definitionen als Definitionen aufgefasst, die anstelle eines Oberbegriffes eine Funktion (Verwendung) des Gegenstandes angeben.
Differenz:
Ein Hammer ist ein Werkzeug (Oberbegriff)
versus
Mit einem Hammer kann man Nägel einschlagen (Funktion)
- Pragmatisch wird die Definition von Gegenständen durch die Zeige-Definition (dies ist ein Haus) begründet.
-
- Die Definition von Information ('Information ist sekundäre (Kriterium) Energie (Oberbegriff)' (Todesco:136)) zeigt überdies, dass das Definitions-Verfahren nicht nur auf bedeutungstragende Gegenstände - Energie ist kein Gegenstand - angewandt werden kann, sondern als Verfahren verallgemeinerbar ist.
Literatur:
Charles Odgen: Die Theorie der Definition
vergleiche auch: K. Popper über Definitionen
[]
Textstellen:
„Wir sind unfähig, die Begriffe, die wir gebrauchen, klar zu umschreiben – nicht, weil wir ihre Definition nicht wissen, sondern weil sie keine wirkliche „Definition“ haben. Die Annahme, daß sie eine solche Definition haben müssen, wäre wie die Annahme, daß ballspielende Kinder grundsätzlich nach strengen Regeln spielen.“ Damit ist gesagt, dass wir unsere Begriffe nicht durch Definitionen, sondern Praxis (Wittgenstein nennt es auch „Abrichtung“) lernen. Erst indem wir eine Regel schon beherrschen, sind wir dann auch in der Lage, sie zu bestimmen.
"[...] Der philosophisch Verwirrte sieht ein Gesetz in der Weise, in der ein Wort gebraucht wird, und in seinem Streben, dieses Gesetz konsequent anzuwenden, begegnet er Fällen, die zu paradoxen Ergebnissen führen. [...] Aber laßt uns nicht vergessen, daß ein Wort keine Bedeutung hat, die ihm gleichsam von einer unabhängigen Macht gegeben wurde, so daß man eine Art wissenschaftlicher Untersuchung anstellen könnte, um herauszufinden, was das Wort wirklich bedeutet. Ein Wort hat die Bedeutung, die jemand ihm gegeben hat." Ludwig Wittgenstein, Das blaue Buch, Werke Bd. 5, 1. Aufl., Frankfurt (Main) 1989 (S. 49 ff.).
[wp]
Definitionen sind tautologische Beschreibungen von Beobachtungen.
Hinweise:
- Die einfachste Form der Definition ist die Zeige-Definition (dies ist ein Haus).
- Die wissenschaftliche Form der Definition ist die Klassifikation.
- Die konstruktivistische Form der Definition ist die Erklärung.
- Das Definitions-Verfahren ist verallgemeinerbar. Eine weiter gefasste Definition schliesst auch formale Definitionen mit ein.
- "Definition" wird umgangssprachlich häufig synonym zu Vereinbarung verwendet. Wir definieren aber Gegenstände, nicht Begriffe. Begriffe werden vereinbart.
- Ausdrücke, die als Er-Satz für Definitionen stehen, heissen Begriffe.
- Umgangsprachlich werden auch funktionale Definitionen als Definitionen aufgefasst, die anstelle eines Merkmals eine Funktion (Verwendung) des Gegenstandes angeben.
Beispiel:
Ein Hammer ist ein Werkzeug (Oberbegriff)
Mit einem Hammer kann man Nägel einschlagen (Funktion)
Definitionen sind Beschreibungen der wesentlichen Merkmale von Objekten.
Hinweise:
- Die verbreitetste Form der Definition ist die Klassifikation.
- Die aufwendigste Form der Definition ist die Erklärung.
- Das Definitions-Verfahren ist verallgemeinerbar. Eine weiter gefasste Definition schliesst auch formale Definitionen mit ein.
- "Definition" wird umgangssprachlich häufig synonym zu Vereinbarung verwendet. Wir definieren aber Gegenstände, nicht Begriffe. Begriffe werden vereinbart.
- Ausdrücke, die als Er-Satz für Definitionen stehen, heissen Begriffe.
- Umgangsprachlich werden auch funktionale Definitionen als Definitionen aufgefasst, die anstelle eines Merkmals eine Funktion (Verwendung) des Gegenstandes angeben.
Beispiel:
Ein Hammer sit ein Werkzeug (Oberbegriff)
Mit einem Hammer kann man Nägel einschlagen (Funktion)