Ethernet ist ein exemplarisches Beispiel für sprachliche Verkürzungen, die diffuse Redeweisen provozieren, die offenlassen, was bezeichnet wird.
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Umgangssprachlich wird mit Ethernet ein lokales Netzwerk (LAN) bezeichnet, das im Normalfall aus verkabelten PCs besteht, deren Verbindungen durch ein Protokoll mit dem gleichen Namen spezifiziert sind und von Novell erfolgreich vermarktet wurde. Als Ethernet bezeichne ich die Software, die als Netzwerk, dessen Funktionsweise durch ein Protokoll, das auch Ethernet heisst, definiert ist. Ethernet wurde Ende 1972 im Xerox PARC entwickelt und zunächst als "Alto Aloha"-Netzwerk bezeichnet, weil damit Xerox Altos verbunden wurden. Im Jahr 1973 wurde es von B. Metcalfe in Ethernet umbenannt, um deutlich zu machen, dass dieses Netzwerk nicht nur auf die Alto-Computer beschränkt ist. Der Name rührt vom Äther her, dem legendären Übertragungsmedium für Funkwellen. Digital Equipment, Intel und Xerox einigten sich auf den ersten Standard "Ethernet V1.0", das 1980 beim IEEE als Norm angemeldet und im Oktober 1982 als IEEE 802 veröffentlicht und dann von Firmen wie Nowell in LANs verwendet wurde. Das Ethernet-Protokoll umfasst Festlegungen für Kabeltypen und Stecker sowie für Übertragungsformen (Signale auf der Bitübertragungsschicht, Paketformate). Im OSI-Modell ist mit Ethernet sowohl die physische Schicht (OSI Layer 1) als auch die Data-Link-Schicht (OSI Layer 2) festgelegt. Ethernet entspricht weitestgehend der IEEE-Norm 802.3. Es wurde ab den 1990ern zur meistverwendeten LAN-Technik und hat andere LAN-Standards wie Token Ring verdrängt oder, wie im Falle von ARCNET in Industrie- und Fertigungsnetzen oder FDDI in hoch verfügbaren Netzwerken, zu Nischenprodukten für Spezialgebiete gemacht. Ethernet kann die Basis für Netzwerkprotokolle, z. B. AppleTalk, DECnet, IPX/SPX oder TCP/IP, bilden. |
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