Disposition        zurück ]      [ Stichworte ]      [ Die Hyper-Bibliothek ]      [ Systemtheorie ]         [ Meine Bücher ]         [ Meine Blogs ]bild

Als Disposition bezeichne ich ein inneres Sich‑befinden, das nicht getan wird, aber durch Tätigkeiten eingerahmt ist.

Ich spreche auch von mentalen Zuständen, wenn die Disposition von aussen nicht erkennbar ist.

Beispiel:
- ich glaube etwas, beispielsweise weil es mir erzählt wurde. Dieser Glaube beeinflusst meine Wahrnehmung und mein Verhalten.
- ich schlafe, ich nin im Schlafzustand
Schlafen ist keine Tätigkeit. Ich kann es nicht tun. Ich kann mich ins Bett legen und die Augenschliessen. Aber der Zustand des Schlafens kann ich nicht willentlich bewirken.


 

Anmerkung zu einem von mehreren Homonymen:
In der Organisationslehre wird der Disposition sprachlich verküzt eine Funktion zugeschrieben, die darin besteht den Organisationsprozess zu gewährleisten, indem sie für die logistischen Koordianation der benötigten Mitteln sorgt, also für eine optimale Verteilung aller Ressourcen. Die Disposition hat die Aufgabe, die richtige Menge, zur richtigen Zeit, am richtigen Ort bereitzustellen, um die geplante Arbeitsleistung zu erreichen.
In dieser Bedeutung bezeichnet das Wort eine durch Menschen besetzte Planungsstelle, die dafür sorgen soll, das der Zustand


 

Ryle behandelt den Begriff Disposition:
Es ist eine Veranlagung [Disposition] oder ein Komplex von Veranlagungen, und eine Veranlagung ist ein Faktor der falschen logischen Art, um gesehen oder ungesehen, aufgezeichnet oder nicht aufgezeichnet zu werden.
So wie die Angewohnheit, laut zu sprechen, nicht selbst laut oder leise ist, da sie nicht die Art von Begriff ist, von dem "laut" und "leise" behauptet werden können, oder so wie eine Anfälligkeit für Kopfschmerzen aus demselben Grund nicht selbst unerträglich oder erträglich ist, so sind die Fähigkeiten, Geschmäcker und Neigungen, die in offenen oder inneren Vorgängen ausgeübt werden, nicht selbst offen oder innerlich, bezeugbar oder unbezeugbar. Die traditionelle Theorie des Geistes hat die Typusunterscheidung zwischen Veranlagung und Übung in ihre mythische Zweiteilung von nicht bezeugbaren geistigen Ursachen und ihren bezeugbaren körperlichen Wirkungen missverstanden.


Als dispositionelle Eigenschaft (Disposition) bezeichnet man insbesondere in der Ontologie und Wissenschaftstheorie die Möglichkeit oder das Vermögen eines Gegenstandes (einschließlich eines Menschen), sich in einer bestimmten Weise zu verhalten. Meint man nur dauerhaftere, spezifische oder angeborene Dispositionen, spricht man auch von Anlage, Veranlagung, Tendenz oder Neigung.

Beispielsweise lässt sich die Eigenschaft „zerbrechlich“ analysieren als Veranlagung eines Objekts, zu zerbrechen, wenn es relativ geringer Krafteinwirkung ausgesetzt ist. In der jüngeren systematischen Philosophie wurde für die Bearbeitung unterschiedlichster Probleme eine Verwendung des Dispositionsbegriffs vorgeschlagen, darunter Erklärungen menschlichen Verhaltens und Denkens oder angenommene Eigenschaften wie Farben, ästhetische oder Wert-Eigenschaften. Umstritten ist neben der Tauglichkeit derartiger Analysen im Einzelnen u. a., wie der Begriff einer Disposition überhaupt zu analysieren und von anderen Klassen von Eigenschaften zu unterscheiden ist; wie sich Dispositionen zu ihrer materiellen Basis (etwa der Atomstruktur einer zerbrechlichen Vase) verhalten, ob sie etwa durchgängig darauf reduzierbar sind oder es auch ontologisch unabhängige Dispositionen gibt, die ggf. selbständig kausal wirksam sind; ob Dispositionen überhaupt oder gar vollständig je intrinsische Eigenschaften sind.


 
[ wp ] [ 26. 4.26 ]