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Literatur

Systematisches Programmieren 1972
Compilerbau
Grundlagen und Techniken des Compilerbaus
Algorithmen und Datenstrukturen
Algorithmen und Datenstrukturen mit Modula-2
Pascal User Manual and Report
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über Wirth:
Gutknecht, J. u.a.:The School of Niklaus Wirth

Arikel:
A Contribution to the Development of ALGOL
(with C.A.R. Hoare). Comm. ACM 9, (June 1966) 413-432.
The Programming Language Pascal. Acta Informatica, 1,
(Jun 1971) 35-63. also in Programming Language Design,
A.I.Wasserman, Ed., IEEE Computer Society Press, 1980.

Zur Person

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Bildquelle: Wikipedia
bild Niklaus Emil Wirth (1934-2024) war dipl. Elektroingenieur ETH. Wie er Informatiker wurde, weiss ich (noch) nicht.
(Er doktorierte 1963 an der University of California in Berkeley mit Hilfe eines Stipendiums der Ford Foundation bei Professor H. D. Huskey. Harry Huskey (1916-2017) war Mathematiker und Computer-Ingenieur.?? er arbeitete 1945 mit dem frühen ENIAC-Computer, dem EDVAC und bei einem Besuch in England mit dem Pilot ACE von Alan Turing. 1954 wurde Huskey Professor in Berkeley. Dort entwickelte er den G15-Computer, der von der Bendix Aviation Corporation produziert und vertrieben wurde und der manchmal als erster Personalcomputer betrachtet wird – Huskey selbst hatte ein Exemplar bei sich zu Hause)
[ Butler Wright Lampson ]
Von 1963-67 lehrte Wirth als Assistenzprofessor an der Stanford University, wohl etwas mit Computern?)) Er war seit 1968 ordentlicher Professor für Computerwissenschaften (später Informatik) der ETH Zürich und emeritierte im Ende April 1999. Er hat die Programmiersprachen Pascal und Oberon geschaffen und den Computer Lilith konstriert. In den Jahren 1976 bis 1977 sowie 1984 bis 1985 erfolgten Studienaufenthalte bei XeroxPARC.


Lilith war nach Alto der erste PC mit Maus und Fenstern, 4 Jahre vor dem Mac II (1987) und Windows 3.1 (1990)


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Project Oberon (New Edition 2013)
http://www.inf.ethz.ch/personal/wirth/ProjectOberon/index.html


[ A Brief History of Software Engineering ../text_e/IEEE-Annals.pdf ]

N. Wirth beklagt, dass Softwareengeering keine Disziplin wurde, auch weil sich kaum jemand für dessen Geschichte interessiere. Dann schreibt er (trotzdem) seine Geschichte zu dieser Geschichte.

Er beginnt nicht irgendwo und schon gar nicht am Anfang, sondern dort, wo seiner Meinung nach wichtige Weichen gestellt wurden, ohne dass der Zug darauf gefahren wäre. Er schreibt seine eigene Geschichte als Geschichte des Softwarengineerings.

Nur nebenbei: Ich habe ein paar Jahre lang seinen Studenten an der ETH etwas Computer-Geschichte unter soziologischen Gesichtspunkten vorgelesen. Er hat mich dann mal "eingeladen", ihm meine Geschichte zu begründen, weil ihm diese Geschichte - oder was ihm davon zu Ohren kam - nicht passte. Jedenfalls mussten seine Studenten danach meine Vorlesung nicht mehr besuchen.

In seiner Geschichte sind Computer immerhin Maschinen. "Computer systems are machines of large complexity. This complexity can be mastered intellectually by one tool only: Abstraction." Er meint, sie seien komplex, ich würde dagegen von kompliziert sprechen. Er sieht in der Geschichte drei Phasen, weil er drei Programmiersprachen entwickelt hat.

Dijkstra hat das stukturierte Programmieren erfunden. Deshalb hat er eine strukturierte Programmiersprache, nämlich Pascal entwickelt. Dann hat Parnas die Modularisierung erfunden. Deshalb hat er eine modulare Programmiersprache, nämlich Modula entwickelt. Und schliesslich hat Dahl die Objekte erfunden. Deshalb hat er Oberon entwickelt. Das sind die historisch guten Seiten der Entwicklung, aber die Entwicklung hat leider immer den schlechten Weg genommen.

Kaum war die Hardware massenfähig, wurden anstelle der Mainframes Kleincomputer mit Unix auf den Markt gebracht und damit verbunden die Programmiersprache C, deren Konzeptlosigkeit als Freiheit der Programmierer verkauft wurde. Kurze Zeit später wurde es noch schlimmer, weil mit den Windows und der Maus die Ansprüche an die Programmierung noch erheblich grösser wurden. Hinzu kam eine nicht kontrollierbare Entwicklung von OpenSource und durch das Internet die Apps in Java, was wiederum konzeptlose Programmiersprachen zu grosser Verbreitung geholfen hat.

Ein Hauptproblem sieht N. Wirth in der vermeintlichen Lösung des Problems, die darin besteht, dass die Hardware immer schneller und billiger wird und so unsauberes Programmieren immer mehr verzeiht und mithin unterstützt.

N. Wirth hat sozusagen eine reine Lehre, die sich nicht um vordergründige Bedürfnisse von Microsoft-verseuchten Benutzern kümmert und von den Programmierern viel mehr Denkarbeit verlangt, was allenthalben anhand von "goto" diskutiert wurde. L. Torvald entgegnete, dass N. Wirth den frigging clue auch nicht gefunden habe.

Ich wundere mich auf einer anderen Ebene. Wenn ich mich nicht um kommerzielle Zusammenhänge kümmere, sondern um mit N. Wirth zu sprechen, um akademische, dann verstehe ich die Begrenzung auf Softwareengineering nicht. Dann würde ich von Technologie sprechen und mich dabei um eine Begrifflichkeit bemühen, die in welcher das Softwareengineering als solches begriffen werden kann. N. Wirth gibt dazu etliche Ansätze, wo er Computer als Maschinen begreift und das Programmieren als Handwerk (craft), das in einen Wissensprozess umschlägt, so dass in den Programmen, die zunächst nur der Steurung von Maschinen dienten, immer mehr Text sichtbar wird, der der mathematischen Vernunft unterliegt.

Ich wundere mich darüber, wieso wir uns auf mathematische Vernunft beschränken sollten, respektive darüber, warum Informatiker nicht auch in gesellschaftlichen Zusammenhängen denken sollen, wo sie im Zentrum der Produktivkraftentfaltung stehen. Kybernetik muss sich nicht auf Oberoncomputer beschränken.


 
[ wp ] [ 15. 8.26 ]