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Luhmann, Niklas: Zweckbegriff und Systemrationalität: Über die Funktion von Zwecken in sozialen Systemen, Tübingen: J. C. B. Mohr, Paul Siebeck. Suhkamp, 1999

Volltext

Mit seinem Entwurf einer Systemtheorie erneuert Luhmann den von der gegenwärtigen Soziologie vernachlässigten Versuch, Gesellschaft im ganzen zu begreifen. Er untersucht die Funktion der Zweckorientierung in sozialen Systemen und bestimmt sie als Reduktion von Komplexität, als Vereinfachung, die das System handlungsfähig macht.

.. wie die meisten der frühen Schriften Luhmanns (Macht, Vertrauen ) eignet sich auch Zweckbegriff und Systemrationalität als eine an einem spezifischen Thema ausgearbeitete Einführung in die Systemtheorie Luhmannscher Prägung. Hier ist das Theoriegebäude Luhmanns noch im Aufbau und setzt bestimmte Prämissen noch nicht als selbstverständlich voraus. Zugleich lässt sie sich weitaus besser lesen als die grundsätzliche Einführung "Soziale Systeme". Der wichtigste und (für mich?) zentralste Gedanke der Systemtheorie: die Reduktion der komplexen Welt wird hier am Beispiel des Zweckbegriffes erörtert. Dieser Zweckbegriff hebt sich allerdings vom tradtionellen und noch immer tradierten ab. Es geht nicht um eine Substanz oder einen hinter dem Handeln liegenden qasi natürlichen Wert, sondern um eine variable Funktion; eben der der Reduktion von Komplexität. Wie immer bei Luhmann ist dies auf höchster Abstraktionsebene und zugleich verständlich und beispielhaft erklärt. Das Schöne an Luhmann ist, dass man ohne jedwedes Substanzdenken das Gefühl hat, gesellschaftliche Strukturen und "Sinn" besser zu begreifen und damit kritisieren zu können. Denn alles ist kontingent und könnte somit auch anders sein.


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