Luhmann, Niklas: Einführung in die Systemtheorie, 2004. 2. A.., ISBN: 3-89670-459-1, Verlag: Carl Auer
Volltext, ich habe die mp3-Version und das grdruckte Buch
Einer von unzähligen Texten, die nach dem Tod von N. Luhmann veröffentlicht wurden ! Dieser von Dirk Baecker. Es handelt sich um eine Transkription einer Vorlesung im Wintersemester 1991/92
Zusammenfassung
Im Unterschied zu allen anderen Einführungen in die Systemtheorie führt hier der Urheber selbst in seine Theorie ein. Die Vorlesung zur Einführung in die Systemtheorie, die diesem Buch zugrunde liegt, zeigt Niklas Luhmann auf dem Höhepunkt seines souveränen Umgangs mit einer anspruchsvollen Theorie und der zu beschreibenden Gesellschaft.
Die Einführung wird ihrem Namen auch insofern gerecht, als es Luhmann darum ging, seinem studentischen Publikum ein eigenes Arbeiten mit dieser Theorie zu ermöglichen. Sie ist deshalb eine Fundgrube für einfache Ideen im Umgang mit schwierigen Fragen und bietet eine Palette von Konzepten und Theoremen, die es erlauben, Wahrnehmung, Beschreibung und Denken zu schulen sowohl für die Beobachtung von Politik und Wirtschaft, Religion und Wissenschaft, Kunst und Erziehung, Familie und Organisation als auch für die Einschätzung aktueller Fragen der Kognitionsforschung, ökologischer Probleme und sozialer Bewegungen.
Das Buch klärt die wichtigsten Grundlagen der allgemeinen und der soziologischen Systemtheorie mithilfe präziser Begriffsvorschläge und einer Fülle von Beispielen. Darüber hinaus dokumentiert es, daß der Witz zu den wichtigsten Ressourcen ernsthafter Theoriearbeit gehört. Keiner von Luhmanns Texten ist so gut verständlich und nachvollziehbar wie dieser.
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Inhalt
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8. Komplexität ...167 9. Idee der Rationalität... 182 III. Zeit... 195 S 203f über linear versus zyklisch IV. Sinn ... 221 Psychische und soziale Systeme ... 247 1. Probleme der „Handlungstheorie" ...247 2. Zwei Operationsweisen der Autopoiesis... 257 VI. Kommunikation als selbstbeobachtende Operation ... 288 VII.Doppelte Kontingenz, Struktur, Konflikt... 315 Index... 344 Über den Autor... 347 |
Jetzt erscheint der Beobachter. Nun wird alles anders:
Zum Begriff "Beobachter" siehe Die in der Beschreibung aufgehobene Beobachtung. Beobachtung 2. Ordnung als Theorie.
Hier interessiert dazu die Einführung des Beobachters:
Aber jetzt kommt ein Einschnitt. [..] Jetzt erscheint der Beobachter. Nun wird alles anders. (138)
mit explizitem Bezug auf H. Matura
Das ist am Schluss von 5. Strukturelle Kopplung eine Vorankündigung auf die nächste Vorlesung, die 6 . BEOBACHTEN heisst. [ ]
"Wir hatten aber -Sie erinnern sich vielleicht- in dem Teil der Vorlesung, in dem von Komplexität die Rede war, bereits notiert, daß Komplexität ein Selektionszwang ist. [...] Ich sage bewußt Zwang." (S. 237f)
"Seit Peirce ist klar dass es immer eine triadische Struktur gibt, also einerseits das, was etwas bezeichnet, dann das Bezeichnete - ob man dabei an ein Aussending denkt oder an ein Image spielt dabei keine Rolle; und den "pragmatischen" Effekt, für wen und wozu ein Zeichen zur Bezeichnung vo etwas verwendet wird" (S. 283)"
"Dies ist die Grund dafuer, dass man Kommunikation auch als selbstbeobachtende Operation beschreiben kann. [...] Die Unterscheidung, die in der Kommunkation zur Selbstbeobachtung der Kommunikation benutzt wird, ist die Unterscheidung von Mitteilung und Verstehen. Ohene diese eingebaute Selbstbeobachtung wuerde Kommunikation ueberhaupt nicht laufen." (S. 300).
(After a short excursion about biology:) "Die Antwort darauf hängt met der Frage zusammen, was eine Kommunikation erreicht, bewirkt, was der Effekt oder die Funktion einer Kommunkation ist." (S. 301).
"Der Mitteilende muss sich um Verständlichkeit bemühen. Wenn er irgendwie in der Landschaft des sprachlich Möglichen herumhantiert, wird es bald zu Ende sein mit der Kommuikation. Aber wo bleibt die Antizipation von Verständlichkeit, die Antizipation des Empfangshorizontes, der Sinnbedingungen, unter denen die Kommunikation weiterläuft, wenn es um Jahrhunderte gehen kann, oder wenn es um Uebertragungen in zufällig unbekannte Empfangshorizonte gehen sollte? Zeitlich und räumlich kommuiziert man gleichsam aufs Geratewohl oder ins Unbekannte hinein" (S. 312)". [Das schreibt N. Luhmann bezüglich Büchern, etwa wenn Aristoteles schreibt und Luhmann liest. Man kann das aber viel genereller so sehen - in der Hyperkommunikation mache ich das.]
"Eine letzte und ganz offene Frage, auf die ich überhaupt keine Antwort weiss, ist, ob wie mit Komunikation auch noch dann rechnen, wenn auf Serialität verzichtet wird, wenn ma Computerinformationssyteme hat, aus denen man sich fallweise etwas heraussucht, das man selbst dann neu kombiniert, und in denen nicht ein Satz auf den anderen folgt, sondern eine Information da ist und dann ein Spektrum von Verweisungen auf andere Informationen gegeben ist. Man sitzt, macht sich eine Bahn und ruft auf den Bildschirm, was man dazu braucht, ohne zwischen Information und Mitteilung unterscheiden zu können. Man ist wieder Beobachter erster Ordnung. Man drückt auf bestimmte Knöpfe, dann kommt ein bestimmter Text zum Lesen, und dann muss man irgendetwas daraus machen, gibt das vielleicht in den Apparat zurück, ohne dass es bei diesen modernen Hypertextsystemen mit Eigennamen markiert wird, und es entwickelt sich ein Masse von Anregungen mit riesiger verdeckter Absorption von Unsicherheit und ebenso riesiger Unsicherheitin der Auswahl. Wer kommuniziert jetzt mit wem? Eignet sich unser Begriff überhaupt noch dafür? Oder sind wir an einer Schwelle, wo man sieht, dass wichtige Informationsverarbeitungsverfahren in unserer Gesellschaft schon nicht mehr als Kommunikation klassifiziert werden? Oder müssen wir den Begriff neu bilden, aber wie? (S. 314)"