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Als Spiel bezeichne ich das, was ich als Referenzobjekt beschreibe:
Der Ausdruck ist dabei Er-Satz.
aber nicht mehr für eine Definition, sondern für eine - abstrakte - Beschreibung, die möglichst vieles ausgrenzt. Alles, was ich so beschreiben kann, bezeichne ich als Spiel.

!!, dass Infrastruktur und Reglen einführt -


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spielen hat viele Bedeutungen, siehe dazu Spiel
 
Ich unterscheide 4 Arten des Spielens
1 naturwüchsiges Spielen - Ds Kind rasselt, die Katze spring der Schur nach
2 eigentliches Spielen (Prozessspiel) - ich übe etwas, was ich ohne Zweck will - Imitation, ich will es auch können, weil andere eskönnen.
3 Simulation / Ersatz - Schach/Fussball statt Krieg - Gewinnen (Ergebnisspiel) - Hier gelten Regeln- es sind Spiele
4 Spilen (ohne ie: urspüngliche Form des Wortes für Klavier oder Theather spielen - als ob ich ein anderer wäre
 
die Geschichte verdoppelt sich in der Beschreibung (Sprachspiel)
 
das naturwüchsige Spielen eines Kindes, bei welcher der Spielende nicht weiss, das er spielt. Es ist tätig, ohne dass die Tätigkeit einen Sinn für ihn hat. Er tut, was er tut.
Von aussen gesehen (Fremdreferenz scheint es als ob es spielen würden um später bestimmte Sachen zu können. Die Katze spielt mit einer Schnur, weil sie säter Mäuse fangen (können) muss. Aber die spielende KAtze weiss nichts davon.
Es tut etwas als-ob das einen Sinn hätte. Als ob ist Fremdreferenz
 
Das Kind merkt, reflektiert, dass es spielt. Es spielt bewusst und will seine Fähigkeiten verbessern, ohne einen Sinn im Aussen zu erkennen - das ist das U-Boot
Es erkennt Zusammenhänge, es funktioniert oder nicht - in der Innensicht - die Instrumente zeigen den gewünschten Wert.
 

 
Spielen hat kein Ziel und keine Regeln. Spiel ist spielen mit Regeln.
Spielen ohne Ziel ist, was Kinder tun. Oder was ich tue, wenn ich Klavier spiele. Dabei kann ich merken, dass ich es immer besser kann, das ist aber nicht mein Ziel oder Motiv.
Spielen mit Regeln hat ein Ziel. Eine typische Variante ist, dass ich gewinnern will. Schach.
Inversion: Wenn ich REgeln befolge, erkenne ich ein Spiel.
Regeln brechen, beendet das Spiel oder es gibt eine Strafe.
Wenn es keine Strafe gibt heissen die Regeln Normen, wenn die Strafe von einer Obrigkeit durchgesetzt wird, heissen die Regeln - unsinnigerweise - Gesetze.

bildAls Spielen bezeichne ich ein Verhalten, in welchem ich keine fremdreferentiellen Zwecke erkennen kann. Wenn ich spiele, verfolge ich in diesem Sinne keine Absicht jenseits des Spieles, insbesondere auch keine Erholung oder Ablenkung und dergleichen ("Der Mensch spielt nur, wo er in voller Bedeutung des Wortes Mensch ist, und er ist nur da ganz Mensch, wo er spielt" (F. Schiller: Ueber die ästhetische Erziehung des Menschen in einer Reihe von Briefen. In: WW (Nationalausgabe) XX, pp. 309ff - 15. Brief, S. 359).
"Spiel" dient mir als Handlungszusammenhang: Bestimmte Verhaltensweisen kann ich als Spielen deuten.

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  spielen
  Spiel  
  Ergebnisspiel  
 

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Ich unterscheide zwei Arten den Spielens, ein eigentliches, kindliches, unreflektiertes Spielen und ein Spielen, in welchem Regeln reflektiert werden, die als Spiel aufgefasst werden können. Differenztheoretisch: Ich kann spielen oder ein Spiel spielen.

Spiele sind durch Settings wie Spielfeld, Figuren, usw. und Regeln bestimmt.

bild bildSpielen
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eigentlichbildreflektiert (Spiel)
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bildProzessspielbildErgebnispiel

Ich unterscheide Prozess- und Ergebnisspiele. Im Ergebnisspiel wird das Ergebnis zum Zweck des Spieles, was das Spiel aufhebt (Pseudospiel). Varianten des Ergebnisspiels sind das Vorspielen (statt spielen) etwa von Musik (das Anerkennung bringen soll), das Rollenspiel (das Erkenntnis bringen soll), das Glücksspiel (das Geld bringen soll).

Bestimmte Ergebnisspiele werden in der Spieltheorie (das ist ein Eigenname, der für etwas anderes steht, als für "Theorie des Spiels") beschrieben. Diese "Spiele" beruhen auf einem eigenständigen, formalen Spielbegriff, der vielmehr mit Kriegsspiel als mit eigentlichem Spielen und mit Prozessspielen zu tun hat.


Als Spiel bezeichne ich die Differenz zwischen einem Spiel und der Wirklichkeit ("Das Gegenteil von Spiel ist nicht Ernst, sondern Wirklichkeit (S. Freud); Das Leben ist ein Spiel (Volksmund)). Ich unterscheide zwischen Spiel und Wirklichkeit und problematisiere die Wirklichkeit als Spiel. Im Spiel mache ich das gleiche wie in der Wirklichkeit. In der Wirklichkeit spiele ich ein Spiel, beispielsweise Rollen.

Als Spiel bezeichne ich die Differenz zwischen Prozess-Spiel und Ergebnis-Spiel. Ich kann im Ergebnisspiel Punkte zählen, damit das Spiel "funktioniert". Ich fahre beispielsweise Motorad und schaue dabei auf die Rundenzeit (Ergebnis), obwohl mich diese Zeit im Sinne des Wettbewerbes nicht interessiert. Ich verwende diese Zeit als externes Kriterium zur Kritik meines Gefühls dafür, ob die Fahrt gelungen ist.

Nomic (paradoxes Spiel), Spielregel, Sprachspiel


Literatur

Spiel heisst "eine Tätigkeit, die Vergnügen bereitet, nicht als Endergebnis, sondern während man sie ausführt" (S.Ceccato, zit in E. von Glasersfeld, WdW, 57).
Kritik: "Vergnügen" verwende ich in meiner Formulierung nicht.

H. Tiwald/K. Stripp unterscheiden bei den resultatorientierten Spielen Prozessspiele (Ereignis-Spiele) und Ergebnisspiele (Pseudo-Spiele). "Prozessspiele sind Spiele im eigentlichen Sinn. Ihr Regelwerk und ihre Spielidee betreffen nur das Ereignis selbst. Dies steht im Gegensatz zu den Ergebnisspielen, deren Sinn es ist, mittels des Spiel-Prozesses ein Spiel-Ergebnis herbeizuführen, das unmittelbar nach Spielende feststeht" (Tiwald, 1975, 96). "Im Pseudo-Spiel 'Fussball' kämpfen zwei Mannschaften gegeneinander, im Prozessspiel 'Fussball' dagegen spielen zwei Mannschaften, ohne zu zählen, ohne ein Spielergebnis und einen Sieger zu ermitteln, miteinander" (ebd. 98).
Das Prozessspiel verhindert jedoch nicht die Leistung: "Aus unserer Sicht ist es eine Fiktion anzunehmen, dass Leistung nur dann erbracht wird, wenn gezählt, gemessen und Rangordnungen innerhalb einer Konkurrenz gebildet werden" (ebd. 99).
Kritik: Ich erbringe meine Spielleistung nicht nur, wenn ich zähle, aber ich zähle, um mein Leistungsgefühl zu prüfen.

J. Huizinga schreibt in seinem Hauptwerk "Homo ludens": "Spiel ist eine freiwillige Handlung oder Beschäftigung, die innerhalb gewisser festgesetzter Grenzen von Zeit und Raum nach freiwillig angenommenen, aber unbedingt bindenden Regeln verrichtet wird, ihr Ziel in sich selber hat und begleitet wird von einem Gefühl der Spannung und Freude und einem Bewusstsein des 'Andersseins' als das 'gewöhnliche Leben'" (1938, S. 37).

Merkmale des Spiels sind nach Gadamer:
Ein Spiel ist eine Tätigkeit die keinen Zweck außerhalb ihrer Selbst hat, nicht Mittel zu einem Zweck ist, sondern Selbstzweck. Spiel will nichts anderes als Ziele und Zwecke im Spiel erreichen. Das Ziel des Spiels ist das Spielen.
Immer wird ein durch Spielregeln bestimmtes und nur auf diese bestimmte und nicht andere Weise zu ereichendes Spielziel verfolgt. Das Spielziel zu erreichen ist mit Anstrengung verbunden, eine Herausforderung muß es sein, damit es Spaß machen kann.
Das Spiel lebt vom Hin und Her der Bewegungen. Auf einen Zug folgt ein antwortender Zug, ein Gegenzug. Das drückt sich in Übertragungen des Spielbegriffs auf Naturvorgänge, z. B. das Spiel der Wellen, aus.
Wer spielt, der ist in das Spiel versunken, er ist hineingezogen, er ist so gefesselt, daß er nur mitspielen kann, er handelt mit Heiligem Ernst - ansonsten ist er ein Spielverderber. Dieses Mitgehen ist dem Spiel nicht äußerlich, sondern wesentlich.
Der Gegenbegriff zu Spiel ist nicht Ernst, sondern Nichtdabeisein. Nichtdrinsein.
Spielen ist emotionale Intensität. Dabeisein ist nicht nur kognitive Konzentration, diese ist distanzierend. Dabeisein ist emotional, drin sein, nicht distanziert sein, Intensität des Empfindens.
Wie werden die Spieler ins Spiel gezogen? Durch die Herausforderungen, Aufgaben und Regeln, die es an sie stellt. Die Spieler, die sich ins Spielgeschehen ziehen lassen, sind mit heiligem Ernst dabei.
Die Zeitlichkeit des Spiels ist die des "Dabeiseins für eine Weile". Spielen hat seine Eigenzeit, erfüllte Zeit statt leerer, die nur zu füllen wäre - anders wäre autotelisches Tun unmöglich.
Das Spiel existiert nur im gespielt werden, seine Seinsweise ist die des Mitspielens. Man kann ein Spiel nicht objektiv erfahren, ihm nicht gegenüberstehen, man kann es nur im Dabeisein erfahren - in der Teilnahme am Prozeß, nicht im Beobachten des Prozesses oder im Studium der Spielregeln..
Nicht die Spielenden spielen das Spiel, sondern das Spiel spielt sich selbst. Das Spiel bestimmt was die Spielenden tun. Die Spieler sind für jedes Spiel kontingent (austauschbar). Das Spiel behält seine Identität auch wenn die Spieler wechseln.
Spielen ist Da-sein, wach bei-sich-sein und in-der-Welt-sein - nicht Weg-sein, nicht Verfallenheit an etwas anderes als Da-sein.

<>Spiel als "Bielefelder System"
1) Spiel ist autopoietisch: Es läuft, solange es läuft;
2) Spiel besteht aus selbstgeschaffenen Elementen (Spielzügen);
3) Spiel ist kodierbar: Spiel/Nichtspiel;
4) Spiel ist geschlossen und offen zugleich: Inklusion/Exklusion ist eindeutig: wer mitspielt und die Regeln (Programme) beachtet, ist "drin", alle anderen sind "out";
5) Spiel ist ein kommunikatives Geschehen: Wer einen Zug macht, liefert Information und Mitteilung, der Mitspieler schließt an, wenn und weil er diesen Zug "versteht", weil er die Differenz zwischen Information (welcher Zug) und Mitteilung (Spieler hat gezogen) versteht. Bei Missverstehen oder bei der Behauptung, dieser bestimmte Zug sei Spielfremd (Regelverstoß, unzulässiger Anschluss) entscheiden Rückfragen, also Kommunikation.
6) Spiel kann gleichermaßen wie Sprache als strukturelle Kopplung zwischen psychischen und sozialen Systemen "gelesen" werden; dabei ist Spiel als Kommunikation selber eine soziale Tatsache und als System eindeutig getrennt von seiner Umwelt. Hat das Spiel Personen (Adressen) als "Mitspieler", dann gehören diese zur Umwelt des Spiels. Das Spiel als System ist die Folge seiner zulässigen Züge.
7) Jeder Spielverlauf ist kontingent: Es geht (meist) immer auch anders. Spiel ist Ereignis im Differenzierungsbereich Aktualität/Potentialität.
Gadamer, Gesammelte Werke I, S. 112: "Alles Spielen ist ein Gespielt-werden. Der Reiz des Spiels, die Faszination, die es ausübt, besteht eben darin, daß das Spiel über den Spielenden Herr wird.... Wer so versucht ist in Wahrheit der Versuchte. Das eigentliche Subjekt des Spieles ... ist nicht der Spieler, sondern das Spiel selbst."

„Es gibt ein Spiel, das Kinder spielen, wenn die Flut kommt. Sie bauen um sich herum eine vermeintlich undurchdringliche Sandmauer, um das Wasser so lange wie möglich draußen zu halten. Natürlich sickert das Wasser von unten durch und irgendwann durchbricht es die Mauer und überflutet alle. Erwachsene spielen ein ähnliches Spiel. Sie umgeben sich mit einer vermeintlich undurchdringlichen Mauer aus Argumenten, um die Wirklichkeit draußen zu halten. Doch die Wirklichkeit sickert von unten durch, durchbricht irgendwann die Mauer und überflutet uns alle.“( Dieses Spiel geht nur zu zweit)

Anmerkungen


[ Transformation von Handlung ]
[ Creativity - Art - Play - Games - Humor ]
[ Rauterbergs Läktscher ]
[ cop ]
[wp] [ 20. 6.26 ]