leisten
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Ich kann etwas leisten oder mir etwas leisten, was zwei sehr verschiedene Sachen sind:
- Als leisten bezeichne ich - tautologisch - das Erbringen einer Leistung oder das Hervorbringen eines Ergebnises, das ich positiv bewerte. Eine Inversion: Da hast Du aber etwas Schönes geleistet.
Leisten bezeichnet in einer Aussenperspektive - die ich auch mir gegenüber einnehmen kann - dass das Tun geschätzt wird. Es bleibt offen, was genau getan wird und mit welchem Massstab gemessen wird. Darin klingt das Gehorsam leisten nach.
Wenn ich etwas leiste, (ver)brauche ich Energie. Darauf ziehlt die physikalische Verkürzung.
Etymologisch steht leisten für das Erfüllen einer Forderung oder einer Verpflichtung. Es steht für Folge leisten.
Dabei dient das Verb zusammen mit einem Substantiv für einen Verbalbegriff:
jmdm. Gehorsam leisten (= jmdm. gehorchen)
⟨einer Sache Folge leisten (= einer Sache nachkommen)⟩
einer Aufforderung, einem Befehl Folge leisten
jmdm. einen Dienst leisten (= einen Dienst erweisen)
papierdeutsch eine Zahlung leisten (= etw. zahlen)
- sich etwas leisten
Als sich etwas leisten bezeichne ich das - oft etwas ungebührliche - Profitieren auf Kosten von anderen im Sinne von sich etwas erlauben oder sich die Freiheit zu etwas nehmen, beispielsweise unrasiert zu spät kommen.
Als sich etwas leisten können bezeichne ich über hinreichend viel Ressourcen zu verfügen, um sich beispielsweise ein teures Auto zu kaufen - oder eben sich Freiheiten herausnehmen können.
Man gönnt sich ja sonst nichts¨!
Die Ausdrücke Leistungs und Leistungsfähigkeit werden sehr oft widersinnig verwendet:
Dass ich mir ein Auto mit einer "Leistung" von 500 PS leisten kann, ist keine Fähigkeit von mir, die 500 PS bezeichnen keine Leistung und keine Leistungsfähigkeit.
[ wp ]
[ 27. 9.26 ]