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Verfassung
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Ich unterscheide zwei Vorstellungen zum "Gesellschaftsvertrag", wobei ich jene, die J. Rouseau bekannt gemacht hat, als metaphorische sehe. Als eigentlichen Gesellschaftsvertrag sehe ich einen Vertrag, der im Privatrechts begründet ist und private Gesellschaften wie die erwähnte Aktiengesellschaft konstituiert. Die dafür verwendeten Verträge bezeichne ich als Statuten oder Satzungen. J. Rousseau in einer nicht explizit reflektierten Analogie von einem politischen Gesellschaftsvertrag gesprochen, in welchem sich eine Gesellschaft in einem merkantilistischen Sinne einer Verfassung unterstellt, was das einzelne Subjekt einer Einwilligung in einen Vertrag sehen sollte, den es von sich aus anstreben würde.
Als Gesellschaftsvertrag bezeichne ich in diesem Sinne eine Differenz zwischen einem Vertrag und einem Vertrag, der mir als mich unterwerfende Institution, etwa als eine staatliche Verfassung vorgelegt wird. Die Verfassung wird nicht wie ein Vertrag ausgehandelt. Sie beschreibt vielmehr im Nachhinein, was sich unabhängig von der Verfassung an Machtverhältnissen etablieren konnte. Viele moderne Verfassungen sind ein Konstrukt der Aufkärung und beschreiben die Grundlage der bürgerlichen Parteiendemokratie, die - wie J. Rousseau schreibt - auf Prinzipien eines Staatsrechtes beruhen.
siehe auch Vertragstheorie
Es gibt eine Art "Gesellschaftsverträge", deren Gegenstand nicht die Gesellschaft, sondern deren Wandel ist. Insolchen Verträgen vereinbaren organisierte Teile der Gesellschaft, typischerweise Parteien, als Rahmenbedingungen für Regierungsprogramme.
Insbesondere sind auch internationle Verträge und UNO-Verfassungen solche Verträge, die zwar wie Verträge von Subjekten ausgehandelt werden, aber keinem Gewaltmonopol unterliegen.
Beispiel:
„Welt im Wandel – Gesellschaftsvertrag für eine Grosse Transformation“ ist der Titel des Gutachtens des Wissenschaftlichen Beirats der detschen Bundesregierung zu einer Konferenz der Vereinten Nationen über nachhaltige Entwicklung (Rio, 2012). In diesem Fall geht es um klimaverträgliches Verhalten.
In diesem Kontext bedeutet "Gesellschaftsvertrag", dass es keine verbindlichen Verträge zwischen den Nationen geben kann, weil niemand - jenseits militärischer Gewalt - darauf pochen kann.