Als Erzählperspektive bezeichne ich eine dem Autor von Erzählungen zugererechnete Perspektive, die die Frage beantwortet "Was sieht oder weiss der Erzähler?“ oder auch "Was kann der Erzähler wissen?". Ich unterscheide verschiedene Erzählperspektiven in Abhängigkeit davon, was der Erzähler über die in der Handlung auftretenden Figuren weiss. Als ich-Erzähler weiss ich, was ich denke oder fühle, aber wenn ich auch über die Gedanken von anderen Figuren Bescheid weiss, spreche ich von einem Autorenwissen.
Bei einem Krimi beispielsweise, kann der Leser über den Täter informiert sein, während der Detektiv noch keine Ahnung hat. Die Frage ist dann, was der Autor über die Gedanken oder die Motive der Figuren wissen kann.
Erzähltheorie und Erzählperspektive
Fokalisierung (nach Genette)
Nullfokalisierung: Der Erzähler sagt mehr als die Hauptfigur weiss.
Interne Fokalisierung: Der Erzähler sagt so viel wie die Figur weiss.
Externe Fokalisierung: Der Erzähler sagt weniger als die Figur weiss.
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Als Erzählperspektive ...... Der Autor kreiert einen Erzähler, der dem Leser die Erzählung versprachlicht präsentiert. Dabei ist die Beziehung des Erzählers zur erzählten Geschichte bedeutsam. In der deutschsprachigen Narratologie werden die Termini „Standpunkt“ oder „Blickpunkt“ verwendet, durchgesetzt hat sich aber der Begriff „Erzählperspektive“.[3] Seit dem Beginn der achtziger Jahre des 20. Jahrhunderts findet der von Gérard Genette (1972)[4] geprägte Begriff der „Fokalisierung“ weite Verbreitung. Bei einer Ich-Erzählung ist die Frage nach der Erzählperspektive scheinbar leichter zu klären. Die betonte Subjektivität markiert einen eingeschränkten Standpunkt, denn ein Ich-Erzähler kann nicht alles über die erzählte Welt wissen. Demgegenüber hat ein auktorialer, also allwissender Erzähler unbegrenzten Zugang zu allen Informationen der erzählten Welt, wie in Goethes Wahlverwandtschaften.[7] In vielen Abhandlungen wird unter Perspektive sowohl räumliche und zeitliche Distanz, als auch Subjektivität und Objektivität, also nicht nur Zugang zu Informationen, sondern auch Wertung verstanden. Trennschärfer ist daher das Modell der Fokalisierung von Genette, der strikt unterscheidet zwischen Modus (Wer sieht) und Stimme (Wer spricht). Im Englischen wird die Erzählperspektive auch als point-of-view bezeichnet. Der point-of-view in der Literaturwissenschaft muss dabei aber deutlich vom filmischen Point-of-View-Shot unterschieden werden, denn jener bezeichnet eine Einstellung, die den Blick einer Figur wiedergibt, in der Literatur dagegen wird unter dem point-of-view die Perspektive für ganze Szenen oder den ganzen Text verstanden. Im Unterschied zur Beobachterperspektive fällt bei der Erzählperspektive das Augenmerk nicht nur darauf, was ein Beobachter wahrnimmt, sondern auch darauf, was er wie berichten will. eine ANDERE Metapher Der Begriff Perspektive ist eine Metapher, denn in der Literatur wird tatsächlich nur mit Worten erzählt. Das Medium Literatur kann jedoch nicht nur „erzählen“ (telling bzw. berichtende Darstellung), sondern auch „zeigen“ (showing bzw. szenische Darstellung).[8] Durch eine dialogische Darstellungsform oder eine detailgenaue Schilderung einer Umgebung kann also beim Leser der Eindruck bzw. die Illusion entstehen, als „sehe er es selbst“ oder nehme selber direkt am Geschehen teil ohne eine vermittelnde Erzählinstanz. Roland Barthes nennt dies den „Wirklichkeitseffekt“, Genette bezeichnet es als „Mimesis-Illusion“, da sich Mimesis nach Platon im eigentlichen Sinne nur auf die Nachahmung von wörtlicher Rede beziehen kann.[9]
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Die Erste-Person-Perspektive ist ein Konzept der Philosophie
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